Nach unserem Besuch des Taj Mahals sollte es nachmittags um 14:50h mit dem Zug weiter zur nächsten Station unserer Indienreise gehen: Jaipur, the Pink City!

Uber, Ola und TukTuks in Indien

Die Zugtickets hatten wir schon in Delhi gebucht und somit blieben uns noch 2-3 Stunden, die wir im Gemeinschaftsraum unseres Hostel mit Blogschreiben und Fotobearbeitung verbrachten. Gut gelaunt bestellten wir uns schließlich gegen 13:50h über die „Ola“ App einen Wagen zum Bahnhof „Agra-Fort“. „Ola“ ist das indische Pendant zu „Uber“, welches wir immer dann nutzen, wenn Uber eben mal nicht verfügabr ist. So auch in Agra. Die Apps geben außerdem eine gute Einschätzung für TukTuk Preise in Indien und ihr habt eine Grundlage zum Verhandeln. Denn als Faustformel gilt: Zieht einfach ein paar Rupien vom Uber / Ola Preis ab und ihr kommt auf einen angemessenen TukTuk Preis. Und diesen angemessenen Preis zu kennen ist wichtig, denn ohne Handeln geht in Indien gar nichts 😀

In Agra selbst nutzten wir Ola dann aus dem Grund, dass der Smog und Gestank im Stadtinnern teilweise so penetrant war, dass wir ein geschlossenes Fahrzeug dem offenen TukTuk definitv vorzogen.

„Mir ist kalt“

Also rein ins Auto und entspannt zum Bahnhof. Dachten wir bzw. dachte ich (Daniel). Schon den ganzen Morgen war mir seltsam kalt gewesen, ich tat das allerdings mit der frühen Uhrzeit und offenen Terasse des Hostels ab. Jetzt im Wagen spürte ich aber plötzlich, dass meine Beine unkontrolliert zu zittern begannen und ich ahnte Schlimmes. Schon beim Essen des indischen Thali am Vorabend hatte ich irgendwie ein ungutes Gefühl und das schien sich jetzt zu bewahrheiten: Da war etwas im Anmarsch!

Ich behielt das Ganze aber ersteinmal für mich bis wir am Bahnhof ankamen und zu unserem Gleis gelaufen waren, dann erzählte ich Julia von meinem Befinden. Natürlich war auch sie nicht begeistert, schließlich stand eine 4 Stunden Zugfahrt bevor: keine Sleepersitze (können zum Bett ausgezogen werden) sonder einfache Sitzklasse. Naja, wird schon nicht von jetzt auf gleich so schlimm werden…dachten wir.

Als der Zug einfuhr nahmen wir schnell Platz und dann kam er auch schon…der Schüttelfrost 😀 Von jetzt auf gleich war mir super kalt, die Zähne klapperten und ich zog alle losen Kleidungstücke über die ich irgendwie im Backpack finden konnte. Muss sehr komisch ausgesehen haben, da alle anderen Passagiere maximal im leichten Pulli da saßen 😀

Da ich ansonsten allerdings noch keine Probleme hatte (nein, ich musste nicht auf Toilette) nahm ich ersteinmal keine Medikamente und versuchte die 4 Stunden Zugfahrt so gut es ging mit Schlafen und Dösen zu überbrücken. Da klappte soweit auch ganz gut, die Kälte in meinen Gliedern und das nun aufkommende Kopfweh waren zu ertragen. Die fast 2 Stunden Verspätung mit denen wir in Jaipur ankamen waren da nicht weiter erwähnenswert 😉

Madhav Guesthouse Jaipur – Oase der Erholung

Zum Glück hatten wir uns um die Unterkunft in Jaipur schon vorab gekümmert und diese uns einen kostenlosen TukTuk Service vom Bahnhof angeboten. Also ging es nun schnurstracks an dem Pulk mehr oder auch weniger seriös wirkender TukTuk Fahrer vorm Bahnhofsgebäude vorbei, immer das Schild mit unserem Namen suchend. Und da war es dann auch, gehalten von einem nett wirkenden älteren Inder, welcher uns zur „Verifizierung“ noch meine Handy-Nummer auf seinem Smartphone zeigte. Das mag nun im ersten Moment etwas übertrieben wirken, nach den Horrorstories die wir teilweise aus erster Hand über Fake Taxis und Scams in Indien gehört hatten gab uns dies aber gleich ein gutes Gefühl.

Und wir wurden nicht enttäuscht: Nach 5 Minuten Fahrt mit dem TukTuk kamen wir an unserem Hostel an und wurden unglaublich freundlich und nett empfangen. Schnell wurde uns unser Doppelzimmer gezeigt und wir waren wieder positiv überrascht: Alles sauber, weiße Bettlaken und sehr geräumig…das mit Abstand beste Zimmer bisher in Indien und das für 9€ die Nacht. Perfekter Zeitpunkt für ein wenig Glück, wie sich schnell zeigen sollte.

Denn wie eine schnelle Messung ergab hatte ich mit nun knapp 38°C zumindest erhöhte Temperatur und ich fiel buchstäblich in die Federn. Allerdings nicht für Lange, wie sich dann nachts herausstellte, denn gefühlt verbrachte ich in den nächsten 24 Stunden mehr Zeit auf der Toilette als im Bett 😀 Das Fieber stieg nun auf 38,5°C, weshalb ich auch keine Kohle- oder Immodium-Tabletten nahm, a dies im Falle einer Vergiftung eher kontrproduktiv wäre. So verbrachten wir den nächsten Tag also komplett auf dem Zimmer und genossen die unglaubliche Gastfreundschaft von Krishna und seinen Angestellten im Madhav Guesthouse, die sich wirklich rührend um uns kümmerten und uns jeden Wunsch von den Lippen ablasen.

Krishna und Hotelcrew bei unserer Verabschiedung

Sonnenuntergang von der Dachterrasse des Madhav Guesthouse Jaipur

Der Arzt kommt

Sie waren es dann auch, die wiederum einen Tag später – das Fieber hatte sich zwar etwas gelegt, allerdings hatte ich nun tatsächlich Blut im Stuhl – dazu rieten einen Arzt zu rufen. Wir willigten also ein und schon wenig später stand Dr. Chandra Sen vor uns und untersuchte mich eingehend, inklusive Bluttest. Schnell war klar: Ich hatte mir wohl tatsächlich eine schwere Infektion im Magen (Gastroenteridis) zugezogen.

Also gab es nun für die nächsten 5 Tage Antibiotika und Probiotika, zusammen mit dem Hinweis bitte täglich 3-4 Liter Elektrolyt-Lösung zu trinken. Da unsere Vorräte aus Deutschland bereits aufgebraucht waren besorgten wir uns also in der Apotheke um die Ecke die indische Variante der Pulverlösung und nach erstem Geschmackstest stand fest: Das werden harte 3-4 Liter täglich 😀

Da mein Kreislauf nur langsam in Schwung kam, verbrachten wir auch die nächsten zwei Tage mehr oder weniger im Zimmer, mit einigen wenigen Ausnahmen zum Einkaufen. Als ich mich dann eines Morgens nochmal Übergeben musste kam Dr. Chandra Sen zum zweiten Mal vorbei, er wollte auf alle Fälle einen weiteren Verdacht ausschließen, den er nach Auswertung meiner ersten Blutprobe hatte: Dengue Fieber!

Also erneut Blut abnehmen und auf die Ergebnisse am nächsten Tag hoffen. Hier muss ich auch Dr. Chandra Sen ein riesen Kompliment machen: Trotz Trauerfall in der Familie und Beerdigung am selben Wochenende rief er täglich an, besuchte mich insgesamt 3 mal in 5 Tagen, hatte immer einen lockeren Spruch auf den Lippen und machte trotzdem einen unglaublich kompetenten Eindruck.

Warten auf die Blutergebnisse

Die Zeit bis zu den finalen Ergebnissen der Tests vertrieben Julia und ich uns mit Videoschneiden, Kochen, Blogschreiben und ein wenig Netflix. Ja auch das funktioniert in Indien 😀

Blogschreiben zum Zeitvertreib

Julia freut sich auf unser selbstgekochtes Essen (Wir durften die Hostel-Küche benutzen)

Als der Arzt dann zur abschließenden Untersuchung kam und glücklich verkündete, dass es kein Dengue Fieber ist und die Überlkeit wohl leidglich durch eine zu geringe Mahlzeit vor Medikamenteneinnahme verurscht wurde, waren sowohl Julia als auch ich erleichtert. Bei den noch bevorstehenden Weltreisestationen in Südost-Asien wäre eine bereits bestehende Dengue Erkrankung natürlich doppelt gefährlich gewesen und hätte uns ernsthaft ins Grübeln gebracht. Diese Gedanken konnten wir nun aber glücklicherweise beiseiteschieben!

Wir bedankten uns überschwänglich bei Dr. Chandra Sen und schrieben direkt unserer Auslandskankenversicherung, welche die Kosten von 13.300 Rupien (164€) für diesen Service voraussichtlich übernehmen wird. Damit hat sich die Jahresgebühr von 280€ für die Versicherung bereits zu fast 60% gerechnet 😉

Wir wollen raus!

Insgesamt verbrachten wir durch meine Krankheit fünf ganze Tage fast ausschließlich auf unserem Zimmer, was vor allem auch für Julia wahrscheinlich nicht immer leicht war. Schließlich sind wir auf Weltreise und wollen fremde Städte und Länder erkunden. Ich bin aber unglaublich dankbar (und ein ein wenig überrascht ;)), dass sie sich in den fünf Tagen wirklich nie beschwert hat, sich immer um mich gekümmert hat und immer zur Stelle war sobald ich etwas brauchte. Vielen Dank dafür, ich weiss nicht ob mir das so leicht geglückt wäre wie dir 😀

Beliebter Zeitvertreib: Affen aus dem Fentser beobachten

Auch Schweine vor dem Hostel waren kein seltener Anblick

Als es mir dann aber endlich besser ging konnten wir es kaum erwarten endlich Jaipur zu erkunden. Die Routen waren schnell geplant und so stürtzen wir uns direkt am nächsten Tag ins Abenteuer Jaipur: Die Pink City wartete auf uns!


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