Morgenstund hat Gold im Mund

Um 4:30h klingelte uns der Wecker – oder besser gesagt die Weck-App auf unseren Handys – aus den Federn, denn heute war es soweit: Wir würden das Taj Mahal besuchen!

Mit dieser Aussicht fiel das frühe Aufstehen an diesem Morgen überhaupt nicht schwer und so hieß es raus aus dem wackligen Bett und rein in die Klamotten! Den Tagesrucksack hatten wir zum Glück schon am Vorabend gepackt und uns nach dem Fiasko mit den Laptops und den Stativen diesmal klugerweise vorher informiert: Im Taj Mahal sind bis auf Kameras und Handys eigentlich gar keine elektronischen Gegenstände oder andere Foto-/Videoausrüstung erlaubt. Teilweise hatten wir von Personen gelesen, denen wegen eines kleinen Mikros oder Kopfhörern der Eintritt verwehrt wurde. So beschränkten wir uns wirklich auf das Nötigste: Kamera 1 für Fotos, Kamera 2 für Videos, eine Flasche Wasser und unsere Jacken, da es morgens doch recht frisch war.

Auch die Tickets hatten wir bereits am Vorabend online gebucht, und so konnten wir pünktlich um 5:30h unser Hostel verlassen. Nach 20 Minuten zu Fuß erreichten wir den Ticket Counter, an welchem wir uns nur noch die Überzüge für die Schuhe abholen mussten. Und die braucht man wirklich, denn egal wie dreckig und stickig das normale Indien ist, im Taj Mahal kann man wohl wirklich vom Boden Essen 😀 Zu den Überzügen gab es noch kostenlos zwei kleine Flaschen Wasser, mit denen wir uns dann auch schon direkt in die Warteschlange am Eastern Gate des Taj Mahal einreihten. Es war Punkt 6 Uhr in der Frühe.

30 Minuten vor Sonnenaufgang, es war ca. 6:30h, öffnete sich das Tor und nach überstandenem (und sehr gründlichem) Sicherheitscheck durften wir mit als erste durch den Torbogen schreiten. Und da war es dann ganz plötzlich und in voller Pracht: Das Taj Mahal.

Fast zentrale Ansicht mit Spiegelung im Wasser

Julia freut sich über den Anblick im Morgenlicht

Die Schattenseiten des Besuchs

Blöd nur, dass zu dem Zeitpunkt die Sonne noch gar nicht ganz aufgegangen war und so wurden unsere ersten Schnappschüsse eher dunkel und grau. Und auch das Vloggen bzw. Videoaufnehmen gestaltete sich als schwierig, da wir einerseits kein Mikrofon einsetzen konnten (siehe Sicherheitsvorschriften) und man aufgrund dessen sowieso nicht viel verstehen würde. Zudem erfuhren wir an diesem Punkt, dass Videoaufnahmen hier am Eingangstor zwar erlaubt sind, auf dem gesamten Areal danach allerdings verboten. An der Stelle verabschiedeten wir uns gedanklich schon einmal von einem womöglich „Taj Mahal Vlog“ und konzentrierten uns aufs Fotografieren.

Und siehe da, mit der Zeit kam die Sonne langsam zum Vorschein und wir machten einige brauchbare Bilder. Mit der Sonne nahm allerdings auch die Anzahl und gefühlt auch die Aggressivität bzw. Dreistigkeit bei dem, man kann es nicht anders nennen, Kampf um die beste Foto-Position zu. Da werden Ellbogen ausgefahren, Vorgedrängelt und auf Stur gestellt…wir konnten es nicht glauben. So machte uns das schnell keinen Spaß mehr und wir machten uns auf den Weg vom Eingangstor durch den wunderschön symmetrisch angelegten Garten zum Taj Mahal.

Links und rechts entlang des zentralen Brunnenlaufs erstreckt sich ein symmetrisch angelegter Garten

Wir „knippsten“ natürlich auch etwas abseits des Trubels

Auf dem Weg dorthin befindet sich noch eine zweite „Fotostation“, wo wir erneut unser Glück versuchten. Nachdem es hier allerdings noch chaotischer zuging als am Eingangstor brachen wir schnell wieder ab. Das konnten und wollten wir uns nicht antun. Schließlich möchten wir doch das Taj Mahal sehen und genießen und nicht etwa den Kampf um die beste Fotoposition gewinnen! Also wieder Sachen packen und weiter gehts.

Julia hat einen der begehrten Plätze ergattert

Frontalansicht

Ich selbst (Daniel) war an dem Punkt allerdings schon sehr genervt und angespannt, viel zu sehr hatte ich mich auf diesen Tag gefreut und mir natürlich auch vorgenommen das Ganze entsprechend digital festzuhalten. Daran konnte auch Julias zuckersüße „Aufbauarbeit“ in dem Moment leider nicht viel ändern.

Daniel ist genervt

Ein versöhnlicher Abschluss

Trotzdem betraten wir in der Folge natürlich das Taj Mahal (aber nur mit den weißen Fußüberziehern ;)) und durchschritten das beeindruckende Scheingrab des Großmoguls Shah Jahan, der das Gebäude erbaut, und seiner großen Liebe Mumtaz Mahal. Ihr zu Ehren hatte er dieses gewaltige Mausoleum überhaupt erst errichten lassen und diese Wertschätzung wird im perfekt bearbeiteten und erhaltenen weißen Marmor mehr als deutlich. Nach 20-30 Minuten hatten wir uns dann aber auch daran satt gesehen und entschlossen uns so langsam wieder den Heimweg anzutreten. Schließlich waren wir nun schon fast 3 Stunden auf dem Gelände!

Auf dem Podium des Taj Mahal

Die Torbögen sind sehr filigran verziert

Eine wirklich mystische Atmosphäre

Kurz vor dem Eingangstor setzen wir uns dann aber doch nochmal 10 Minuten auf eine Bank, genossen den Blick auf dieses wirklich wunderbare Bauwerk und genossen kurz einfach den Augenblick. Es war ein versöhnlicher Abschluss dieses Besuches und nachdem wir zurück im Hostel die ersten Bilder durchschauten war auch bei mir der letzte Funken Enttäuschung vergangen: Die Bilder konnten sich doch sehen lassen! 😀

Daniel vor der Seitenansicht des Taj Mahal

Zeitvertreiben bis zur Weiterfahrt

Versöhnlich gestimmt genehmigten wir uns erst einmal ein kleines Frühstück (es gab Aloo Paratha – mit Kartoffel gefüllte Teigfladen!) und verbrachten den restlichen Morgen mit Bildbearbeitung und Blogschreiben. Um 14:50h würde uns der Zug von Agra zur nächsten Station unserer Indienreise bringen: Jaipur! Wie die Anreise und die ersten Tage dort allerdings tatsächlich verließen hätten wir in der Form allerdings nicht gedacht und war tatsächlich im ersten Moment ein neuer herber Rückschlag für uns – doch dazu mehr im nächsten Beitrag 😉


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