Südamerika!

Vor allem bei Daniel war schon länger der Wunsch da diesen Kontinent unbedingt einmal zu bereisen. Wieso ausgerechnet Südamerika? Wir wissen es ehrlich gesagt selbst nicht. Wahrscheinlich war es einfach die Sehnsucht nach etwas komplett anderem als unseren bisherigen Erlebnissen in Asien – sowohl kulturell als auch landschaftlich.

Deshalb stand eigentlich schon länger der grobe Plan fest unsere Weltreise in Südamerika ausklingen zu lassen. Ein spezielles Land hatten wir da gar nicht mal auf dem Radar, ganz grob in die Andenregion sollte es gehen. Alles andere würde sich noch ergeben.

Asien vs. Südamerika – die zwei Lager

Dabei fiel uns schon während unserer Stationen in Asien auf, dass es gefühlt zwei Lager unter den (Welt-) Reisenden gibt: Die, die von Asien schwärmen und am liebsten gar nicht mehr dort weg möchten. Und die, die Südamerika bevorzugen und den größten Teil ihrer Reisen hier verbringen. Uns schien es, als würde eine unsichtbare aber durchaus klare Linie zwischen diesen beiden Lagern existieren, die nur selten durchbrochen wird.

Bisher gehörten wir also ganz klar zum Team Asien, hatten wir doch alle unsere bisherigen Fernreisen dort verbracht. Und auch die ersten 5 Monate unsere Weltreise waren wir ausschließlich im fernen Osten unterwegs. Und ganz ehrlich: Langweilig wurde es uns dort ganz und gar nicht.

Und doch war da ja der lose aber doch allseits präsente Plan im Hinterkopf: Südamerika!

Und so entschlossen wir uns dazu den Schritt von Costa Rica aus zu wagen: Nach 6 Monaten auf Weltreise ging es für uns am 01. Juni tatsächlich zum ersten mal auf die Südhalbkugel: Wir landeten in Lima, Peru.

Erster gemeinsamer Abend in Lima

Weshalb ausgerechnet Peru?

Ganz einfach: Es war der billigste Direktflug von Costa Rica aus, der das Kriterium „Anden“ erfüllte und lies sich perfekt mit seinem Nachbarland Bolivien verbinden. Die Entscheidung war also gefallen und ohne große Vorkenntnisse über Land, Kultur und Klima stürzten wir uns ins Abenteuer Peru.

Seitdem sind nun etwa zwei Wochen vergangen und wir möchten diesen Blogbeitrag dazu nutzen unsere bisherigen Erfahrungen mit euch zu teilen. Wie gefällt es uns bisher? Was ist anders als in Asien? Was gefällt uns hier besonders? Womit haben wir Schwierigkeiten? Und mit was hatten wir nicht gerechnet?

(Südost-) Asien und (Süd-) Amerika – ein Vergleich

1. Klima

Fangen wir doch mit dem Thema an, mit welchem wir direkt bei Ankunft in Lima konfrontiert wurden: das Klima 😀 Uns war natürlich bewusst, dass es in Peru zu dieser Zeit des Jahres vor allem nachts deutlich kälter wird als bisher. Nach 6 Monaten in Südostasien, Hawaii und Costa Rica machten uns die kalten Nächte hier aber trotzdem zu schaffen.

Da in unseren eher einfachen Unterkünften auch keine Heizung existierte, war es eine komplett neue Erfahrung ab Sonnenuntergang selbst in der Wohnung immer ein wenig zu frieren. Entweder drei Lagen übereinander tragen oder unter die zum Glück immer kuschelig dicken Bettdecken einpacken: Wir fühlten uns doch ein wenig eingeschränkt. Zu allem Überfluss fing sich Daniel auch noch eine Erkältung ein verbrachte die letzten Tage mit Halsweh, Schnupfen und Husten. Der Start hätte also durchaus besser laufen können 😀

Die Kälte in Peru macht uns zu schaffen

2. Sicherheit

Ein Thema, mit welchem wir uns eigentlich seit Indien so gut wie gar nicht beschäftigen mussten. Das Reisen in Südostasien ist weitestgehend sicher, vor allem dann, wenn man mit etwas gesundem Menschenverstand unterwegs ist. So zumindest unsere Erfahrungen, auch wenn da die Seiten des immer etwas übervorsichtigen Auswärtigen Amtes teilweise andere Informationen geben.

Zu Mittel- und Südamerika fanden wir da teilweise schon andere Information und Tipps:

„Im Dunkeln nicht alleine unterwegs sein, ganze Gegenden in größeren Städten meiden und das Gepäck im Bus NIE aus den Augen verlieren.“

Mit all diesen negativen Gedanken im Kopf hatten wir schon in Costa Rica bei Ankunft ein mulmiges Gefühl. Im Nachhinein völlig unberechtigt, da wir zu keiner Zeit schlechte Erfahrungen im Land machten. Doch auch für Peru gelten diese Richtlinien, sodass wir tatsächlich insgesamt etwas vorsichtiger als in Asien unterwegs sind.

Was nun dran ist an den Warnungen können wir objektiv nicht bewerten, zumal wir dazu viel zu kurz im Land sind. Subjektiv fühlen wir uns allerdings was die generelle Sicherheit angeht durchaus in Asien etwas wohler.

Gemütliches Einkaufen in Alajuela, Costa Rica

3. Selbständigkeit

Selbständig und unabhängig reisen. Das ist mittlerweile mit der wichtigste Punkt auf unseren Reisen und hier müssen wir ganz klar sagen: Von dem was wir bisher erleben reist man in Asien deutlich freier. Hier spielt evtl. auch das Thema Sicherheit und die Frage „was traue ich mir zu?“ mit rein, aber uns kommt es bisher so vor als seien viele „Sehenswürdigkeiten“ und Reservate sehr schlecht eigenständig zu erreichen.

Ohne Mietwagen fühlten wir uns schon in Costa Rica sehr eingeschränkt, da man selten auf öffentliche Verkehrsmitteln zugreifen kann. Die Alternative: Taxi oder Tour.

Und auch in Peru war die National Reserve in Paracas, die Sanddünen in Huacachina und der Colca Canyon bei Arequipa ausschließlich über Touren zu besichtigen. Die Alternativen Sandbuggy, Mietwagen oder Motorrad erschienen uns unverhältnismäßig teuer. Und das führt uns auch schon zum nächsten Punkt.

Sandbuggy Tour in Huaccachina, Peru

4. Preisniveau

5€ pro Tag für einen Roller? 10€ für einen Bungalow am Strand? Kein Problem im Südostasien. In Costa Rica und Peru sieht das schon anders aus: Hier zahlen wir im Schnitt etwa 20€ pro Nacht, was in Asien eher das Oberlimit pro Unterkunft darstellte. Mietwagen oder Roller leihen? Hier haben wir ehrlich gesagt die genauen Preise nicht im Kopf, auch da Daniel seinen Führerschein auf Hawaii verloren hatte und für uns somit von Beginn an raus fiel. Doch eins ist sicher: Die Preise von Asien kann man hier wohl vergessen.

Hinzu kommen dann natürlich noch die vielen Touren die man (gezwungenermaßen) buchen muss und Kosten für Taxis aufgrund fehlender öffentlicher Verkehrsmittel oder (gefühlt) fehlender Sicherheit. So können wir bereits nach zwei Wochen in Peru sagen: Asien ist deutlich billiger!

Rollerfahren in Kenting, Taiwan

5. Local Life

Zuletzt noch ein ebenfalls sehr wichtiger Punkt für uns: Das Eintauchen in fremde Kulturen und der Kontakt mit Locals. Auch hier können wir nur unsere subjektive Meinung äußern, doch uns fällt es schwer hier mit Einheimischen wirklich in Kontakt zu treten.

Klar, wir sprechen kein Wort Spanisch und die Bevölkerung hier kann eben oftmals kaum Englisch. Doch das sollte eigentlich kein Problem darstellen, jedenfalls konnten wir uns auch in Asien mit Händen und Füßen mit der Bevölkerung austauschen.

Vielmehr fehlt uns einfach die Gelegenheit in Kontakt zu treten. Sei es aufgrund der oftmals „touristischen“ Viertel für Unterkünfte, da es eben nur dort als sicher gilt. Oder wegen der bereits erwähnten Notwendigkeit des „Tour-Buchens“ statt „Selbsterkundens“. Wir kommen gefühlt viel weniger mit den Einheimischen in Kontakt als in Asien.

Local Life in Palompon, Phillipinen

Fazit

Das klingt jetzt erst einmal alles sehr negativ! Deshalb an dieser Stelle: Wir sind erst zwei Wochen hier, alles ist noch neu für uns und wir müssen uns natürlich erst mal akklimatisieren. Zudem können wir hier wirklich nur von Peru sprechen. Es wäre total verfehlt von diesen ersten Eindrücken in diesem einen Land und evtl. noch Costa Rica für einen ganzen Kontinent zu sprechen.

Zumal: Wir sind tatsächlich begeistert von der Natur in Mittel- und Südamerika! Sei es die Biodiversität und Artenvielfalt in Costa Rica oder unglaublich wechselhafte und teilweise einmalige Landschaften in Peru: Was die Natur hier bietet kann man in Asien einfach nicht erleben!

Wo sonst trifft Wüste auf Pazifik? Wo sonst kannst du hundert Meter hohe Sanddünen auf dem Snowboard hinunter surfen? Wo sonst existieren Schluchten tiefer als der Grand Canyon? Wo sonst kuschelst du mit Alpakas? Und wo kannst du durch eine einfache Busfahrt Höhen von fast 5000 Meter ü.NN erreichen? Die Antwort: Südamerika!

Und so sind wir gespannt was da noch kommt und was dieser Kontinent und im speziellen Peru und Bolivien noch zu bieten haben.Dafür nehmen wir die Anpassungsschwierigkeiten gerne in Kauf!


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