Die Philippinen – von Anfang an eine unserer Traumdestinationen, die wir unbedingt im Zuge der Weltreise besuchen wollten. Die Gründe sind schnell genannt: Traumhaft weißer Sand, kristallklares Wasser, üppige Palmen und eine artenreiche Unterwasserwelt! Genau das richtige also nach fast 3 Wochen Großstadtleben in Kuala Lumpur und Singapur!

Also, schnell ´nen Flug gebucht und hin? Denkste!

„Die Philippinen“ – das ist ein Geflecht aus insgesamt 7.641 (!) Inseln im westlichen Pazifik und der flächenmäßig füntgrößte Inselstaat der Welt. Gar nicht so einfach sich da eine Insel rauszupicken! Also wurden Google und Intagram angeschmissen, Bilder sowie Rezenzionen verglichen und natürlich andere Reisende nach Tipps gefragt. Das Ergebnis und einstimmiger Tenor:

„Eigentlich ist alles geil, bei den Philippinen kannst du nicht viel falsch machen!“

Na toll, super hilfreich. Aber wohin sollte es denn nun für uns gehen? Wir beschlossen das Ganze etwas nüchterner anzugehen und begannen die verschiedenen Flugpreise zu vergleichen. Und siehe da, das half tatsächlich! Da wir aus Nachhaltigkeitsgründen unnötige Inlandsflüge unbedingt vermeiden möchten und gleichzeitig natürlich auf den Preis achten, blieben schnell nur noch zwei bezahlbare Ziele übrig:

Manila: Millionenmetropole und als unübersichtlicher Moloch verschriehen (wie wir mittlerweile erfahren haben wohl teilweise zu unrecht). Für einen Strandurlaub trotzdem eher unpraktisch

Cebu City: Zweitgrößte Stadt der Philippinen, allerdings deutlich übersichtlicher als Manila. Zudem perfekter Ausgangspunkt zum „Inselhopping“ in den Visayas.

Wir sind ehrlich: Die Entscheidung war nun schnell gefallen: Es ging nach Cebu! Zum „Ankommen“ buchten wir noch schnell zwei Übernachtungen in Cebu City, von wo aus wir dann die genaue Route unsere Philippinenreise vor Ort austüfteln wollten.

Jetzt geht´s aber los, oder? Denkste!

Denn als wir in Cebu City ankamen standen wir erneut vor dem Problem: Welche der Inseln solls denn sein? Mal wieder wurde das Internet angeschmissen und recherchiert, doch wie bereits zuvor waren wir nach einem kompletten Tag des Suchens, Findens und wieder Verwerfens am Ende genauso schlau wie vorher. Wir konnten uns einfach nicht entscheiden.

Selbsterkenntnis als Weg zur Lösung

Also fragten wir uns: Was ist uns wirklich wichtig? Wollen wir den perfekten Strand? Den feinsten Sand? Das klarste Wasser? Oder spielen für uns evtl. noch andere Faktoren eine Rolle?

Da wurde uns klar: Bisher hat es uns eigentlich immer an den Orten am besten gefallen, zu denen eben nicht schon 1000 Berichte im Internet zu finden sind, sondern die, die noch genügend Potenzial zum Selbsterkunden und Entdecken bieten. Für uns muss es also nicht der schönste Strand, der weißeste Sand oder das klarste Wasser sein. Viel wichtiger ist, dass wir nicht auf bereits ausgetreten Pfaden reisen und dabei unseren eigenen Weg mit unseren eigenen kleinen Entdeckungen gehen können.

Ein Perspektivwechsel führt zum Erfolg

Wir taten also das folgende: Wir öffneten die Karte der Philippinen, suchten uns Cebu heraus und überlegten welche der umliegenden Inseln bei unserer bisherigen Recherche kaum genannt wurden. Und siehe da, schnurstracks hatten wir hatten unser erstes Ziel gefunden: Bantayan!

Natürlich findet man auch hierzu den ein oder anderen Bericht im Netz, allerdings sind das oft eher kleine Blogs oder persönliche Erfahrungen und eben keine Hochglanzberichte einschlägiger Reiseportale. Ein kleiner Geheimtipp sozusagen.

War die Entscheidung richtig? Aber sowas von! Die Details zu unserer Zeit auf Bantayan könnt ihr zu gegebener Zeit in den entsprechenden Vlogs miterleben, aktuell belassen wir es mal bei den folgenden Eindrücken.

Wir waren also glücklich und hatten unser eigenes kleines Paradies gefunden. Doch wie sollte es nun weitergehen? Und wohin würde es uns als nächstes ziehen?

Das Spiel beginnt von vorn

Bereits im Vorfeld unserer Reise hatten wir sehr viel gutes über die kleine Insel Malapascua gehört: Noch nicht überlaufen, schöne Strände und perfekt zum Tauchen. Wir hatten es wirklich oft gelesen und auch viele andere Reisende waren begeistert. DER Geheimtipp also schlechthin?

Im Nachhinein hätten wir an dieser Stelle skeptisch werden sollen: OFT gelesen…VIELE andere Reisende…DER Geheimtipp…das passte irgendwie nicht zusammen. Andererseits: Können sich so viele Menschen irren?

Also ignorierten wir die leise warnende Stimme in unserem Kopf und machten uns auf den Weg nach Malapascua, auch weil es nur einen Katzensprung von Bantayan entfernt lag. Doch bereits unterwegs bemerkten wir einen Unterschied: Waren wir auf der Fähre nach Bantayan noch die einzigen Europäer, waren hier nun gar keine Filipinos mehr an Bord. Nicht unbedingt das beste Zeichen, oder?

Gescheitert an den eigenen Erwartungen

Ab hier können wir es kurz machen: Malapascua hat uns enttäuscht. Allerdings nicht, weil die Insel nicht sehenswert wäre. Das ist sie durchaus: Es fahren keine Autos, man kann die Insel zu Fuß umrunden (was wir auch taten), authentische kleine Dörfer besuchen und gerade für Taucher ist sie wohl ein Paradies. Doch für uns, und das müssen wir leider sagen, war sie ein einziges Missverständnis.

Warum? Unsere Erwartungen waren schlichtweg falsch. Wir träumten von einer kleinen paradiesischen Insel abseits des Tourismus mit Palmen und verlassenem Traumstrand. Und das ist Malapascua einfach nicht. Der einzig wirklich schöne Strand im Norden ist bereits touristisch ausgebaut mit Restaurant und Unterkünften direkt am Meer. Die restlichen Buchten sind entweder überladen mit Booten oder aber einfach nicht die Traumstrände, die wir erwartet hatten.

Es ist eigentlich paradox: Da sitzen wir auf einer Insel, mitten auf den Philippinen, genießen die totale Freiheit und sind trotz allem einfach niedergeschlagen. Die schöne Zeit auf Bantayan? Schon wieder vergessen.

Rückbesinnung als Weg zur Lösung

„Wir hätten einfach nach Palawan fliegen sollen, jeder sagt da ist es so schön! Oder Siragao, das ist ein echter Geheimtipp, hab ich so oft gelesen!“

Merkt ihr was? Das war es wieder: „JEDER“ „OFT GELESEN“. Uns wurde langsam klar, dass wir von unserem ursprünglichen Plan, unserer Herangehensweise bei Malapascua abgewichen waren. Wir hatten uns auf die einschlägigen Empfehlungen verlassen statt unseren eigenen Weg zu gehen. Das sollte uns nicht nochmal passieren!

Mit neuem Mut öffneten wir erneut die Karte der Philippinen am Handy und fuhren mit dem Finger übers Display.

„Was ist eigentlich mit der großen Insel neben Cebu, Leyte. Und die Halbinsel da oben sieht lustig aus, Biliran. Nie gehört…“

Auch wenn es ein wenig kitschig klingt, aber mit der Rückbesinnung auf eben diese einfache und gleichzeitig geniale (jaja…Eigenlob stinkt…) Methode fuhren wir von da an wieder goldrichtig.

Wir beobachteten unglaubliche Sonnenuntergänge auf Leyte. Wir badeten unter einsamen Wasserfällen auf Biliran. Wir entspannten an einem verlassenen Traumstrand auf Higantagan. Wir hatten die Motorradfahrt unseres Lebens auf Maripipi. Und wir verbrachten eine einsame Nacht auf Sambawan. Wir gingen wieder unseren eigegen Weg und es fühlte sich verdammt gut an!


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