Wir genießen das eigene Apartment in Kuala Lumpur

Urlaub vom Reisen – Wie bitte?

Zwei Wochen Kuala Lumpur. Zwei Wochen Auszeit. Zwei Wochen an einem Ort, den man „Zuhause“ nennen kann. Zwei Wochen, für die wir uns bewusst entschieden haben.

Viele von euch werden sich fragen: „Warum? Wenn man auf Reisen ist, will man doch viel sehen, viel erkunden, viel REISEN.“ Und ja, generell sehen wir das auch so, aber für uns gab es in letzter Zeit einige Faktoren, die uns dazu gebracht haben einmal „Urlaub“ vom Reisen zu machen.

Urlaub vs. Reisen

Pool, Strand, Lesen, Schlafen? Generell ist das so überhaupt nicht unser Reisestil. Der Tagesablauf unserer maximal dreiwöchigen Urlaube vor der Weltreise sah meistens folgendermaßen aus: Früh aufstehen, erste Location besuchen, Kleinigkeit unterwegs essen, x weitere Locations besuchen und abends nach einem ausgiebigen Abendessen müde ins Bett fallen.

Auch in unserem ersten Weltreiseland Indien haben wir uns eigentlich nur gezwungenermaßen Auszeiten genommen und zwar dann, wenn es uns magen-technisch nicht so gut ging (dazu hier mehr). Für drei bis vier Wochen ist das auch kein Problem, aber nach und nach merkten wir: Wir brauchen ein wenig Ruhe. Ruhe für unseren Körper, aber auch Ruhe für unseren Geist, der mit dem Verarbeiten der vielen neuen Eindrücke anscheinend nicht ganz so schnell vorankam wie wir es im ersten Moment vermuteten.

Über Silvester kam uns da Thailand als zweites Reiseland also sehr gelegen: Wir verbrachten Zeit auf der entspannten Insel Koh Lanta und trafen dort sogar zwei bekannte Gesichter aus Deutschland.

Wir genießen „dolce far niente“ auf Koh Lanta

Obwohl wir es damals noch nicht wussten – aber im Nachhinein sind wir ziemlich sicher, dass wir ohne diese auch eher ungeplante „Pause“ auf Koh Lanta schon viel früher das folgende Gefühl durchlebt hätten:

„Boah, irgendwie hab ich heute so gar keine Lust mir groß was anzuschauen!“

Reisemüde?

Sekunden nachdem wir diesen Gedanken das erste mal geäußert hatten kam er uns schon merkwürdig vor. Was? Diese Worte? Von uns??? Von uns, denen ein Tag am Pool, ein Tag im Hotelzimmer meist schon zu viel war? Von uns, die es eigentlich jeden Tag nach draußen trieb?

Und da war uns klar: Wir erlebten gerade das, wovon wir schon so viel gehört hatten, von dem wir aber immer gedacht hatten : „Uns passiert das nicht! Müde vom Reisen? Können wir uns nicht vorstellen!“

Aber ja – da saßen wir und durchlebten genau das, was uns schon von so vielen Leute prophezeit wurde – und das, obwohl wir uns gefühlt schon „Zeit beim Reisen“ gelassen hatten.

Kleine Veränderungen

Trotzdem handelten wir nicht direkt. Wie wir nun aber im Nachgang bemerken, stellte sich bereits in Chiang Mai, lange vor den 13 schockierenden Worten, eine unbewusste Veränderung ein: Wir ließen einige der „Must See´s“ links liegen. Und komischerweise – es fühlte sich gut an. Wir lernten, dass Reisen nicht bedeutet, eine Liste der bekanntesten Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Viel mehr bedeutet es, auf sein Inneres zu hören und so zu reisen, dass es einen in dem Moment glücklich macht und einem das gibt, was die Seele gerade braucht.

In Chiang Mai lassen wir uns einfach treiben. Und finden so einige versteckte Schätze.

Später in Laos merkten wir: Gerade die ruhigen, untouristischen und für einen Urlaub vielleicht sogar etwas „Attraktions-armen“ Orte gefielen uns. Wir konnten die Seele baumeln lassen. Wir verlängerten an manchen Orten unseren Aufenthalt, weil wir Tage einschoben, an denen wir nichts taten außer ein wenig zu arbeiten und so unsere Gedanken und Erlebnisse zu verarbeiten.

Und trotzdem wurde uns immer klarer: Wir sehnten uns nach dem, was wir zuhause immer verflucht hatten: einen geordneten Alltag und eine gemütliche Bleibe, in der sich ein Gefühl von zuhause breit machen könnte, eine Routine.

Ein Sonnenuntergang in Laos. Manchmal braucht es nicht mehr als „Attraktion“

Urlaub vom Reisen

Ein Pool 3 Stockwerke unter der „eigenen“ Wohnung? In Kuala Lumpur auch für wenig Geld zu haben!

Also beschlossen wir: Wir machen Urlaub! Urlaub auf Reisen. Urlaub in Kuala Lumpur!

Warum es Kuala Lumpur wurde? Genau können wir das gar nicht mehr sagen: Aber eines steht fest: Wir hatten von Kuala Lumpur über YouTube und Instagram immer nur Gutes gehört und wir sehnten uns ein wenig nach etwas unkompliziertem, etwas westlichem, etwas modernem. Als wir dann die unglaublichen Appartements für recht günstige Preise in Kuala Lumpur sahen war klar: Dort gehen wir hin. Und daher taten wir es: Wir buchten einen Flug und direkt im Anschluss ein Appartement für zwei volle Wochen. Das erste Mal auf Reisen hatten wir einen langfristigen Plan. Und es fühlte sich gut an!

Die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit

1 ½ Wochen sind nun vergangen und ich sitze hier in Kuala Lumpur, gemütlich auf „unserem“ Sofa und tippe diese Zeilen. Gleich werden wir aufbrechen um mit einer Freundin, die wir in San Francisco kennengelernt haben, etwas essen zu gehen. Wir haben hier ein Stück Alltag genossen und dennoch Zeit gehabt die Gegend zu erkunden. In unserem Tempo, ohne Stress. Und Tag für Tag merken wir: Uns tut das wahnsinnig gut, denn langsam aber stetig wächst sie wieder:

Unsere Abenteuerlust!


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