Auf zu neuen Ufern!

Es ist der 28.01.2019, wir befinden uns an Bord eines Slowboats mitten auf dem Mekong und folgen dem Flusslauf abwärts. Dabei schlürfen wir gemütlich einen heißen Tee und genießen die Aussicht ringsum: Links die grün bewachsenen Hügel Laos, rechts der Blick auf das thailändische Ufer. Doch wie kamen wir eigentlich an diesen Punkt unserer Reise?

Julia am Bug des Slowboats auf dem Mekong

Vor etwa 5 Tagen befanden wir uns noch auf unserem Hotelzimmer in Chiang Rai und überlegten wie unsere Reise weitergehen sollte. Unser Visum für Thailand würde am 28.01. auslaufen und wir hatten noch keinerlei Pläne wohin es uns danach verschlagen sollte. Klar war nur: innerhalb der nächsten 5 Tage müssen wir Thailand verlassen.

Glücklicherweise liegt Chiang Rai bereits im äußersten Norden Thailands und somit unweit des bekannten goldenen Dreiecks, an welchem die drei Staaten Myanmar, Thailand und Laos am Mekong aneinandergrenzen. Nun mussten wir also lediglich zwischen Myanmar und Laos als nächsten Stationen entscheiden.

Mit ein wenig Recherche stießen wir schnell auf eine komfortable und vor allem kostengünstige Option zur Einreise nach Laos: Täglich fahren zwei lokale Busse von der Bus Station 2 in Chiang Rai ins laotische Grenzstädtchen Huay Xai (Ban Houayxay) und warten jeweils am Aus – bzw. Einreiseschalter der thailändischen und laotischen Behörden auf die Passagiere. Da es außerdem direkt an der Grenze die Möglichkeit zum „Visa on Arrival“ für Laos gibt, war unsere Entscheidung schnell gefallen: Laos, wir kommen!

Im Folgenden findet ihr eine kurze Beschreibung der Reiseetappen von Chinag Rai nach Huay Xai sowie der Kosten und benötigten Dokumente für das Visa on Arrival:

  1. Mit dem Sammeltaxi (Songthaew) kommt ihr von der Bus Station 1 im Stadtzentrum Chiang Rai für 20 Baht pro Person zur etwas außerhalb gelegenen Bus Station 2
  2. Täglich um 10:00 und 16:30 Uhr fährt vom Bus Terminal 2 ein lokaler Bus der Reisegesellschaft „The Transport Co., LTD“ nach Huay Xai. Kosten: 220 Baht pro Person (Stand 01/2019). Da für die Tickets eure Daten aus dem Reisepass aufgenommen werden müssen, empfehlen wir euch schon eine Stunde vorher dort zu sein. Angst keine Tickets mehr zu bekommen müsst ihr übrigens nicht haben, bei uns waren lediglich 7 der ca. 40 Plätze im Bus besetzt. Vor der Abfahrt händigt euch der Busfahrer übrigens die Einreiseformulare für Laos aus, sodass Ihr diese bereits während der Fahrt ausfüllen könnt.

    Schalter der „The Transport Co., LTD“ am Bus Terminal 2 in Chiang Rai

    Der Bus fuhr bei uns von Plattform 3 und war eindeutig beschriftet

    Der Bus bietet Platz für ca.40 Personen, ist jedoch meist fast leer

    Die Einreiseformulare werden im Bus verteilt

  3. Nach ca. 2,5 Stunden Fahrt erreicht der Bus die thailändische Immigration Office nahe Chiang Khong. Hier müsst ihr kurz aussteigen und die „Departure Card“, die ihr bei der Einreise in Thailand erhalten habt, den Grenzbeamten vorzeigen. Daraufhin erhaltet ihr den Ausreisestempel in eurem Reisepass und dürft den Grenzposten passieren. Dort wartet dann schon bereits der Bus auf euch und ihr könnt wieder einsteigen. Das Gepäck könnt ihr also gut und gerne an Bord lassen.
  4. Nach 5 Minuten Fahrt über die „4. Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke“ erreicht ihr dann auch schon die laotische Immigration Office. Also wieder raus aus dem Bus und an alle benötigten Dokumente für Visa on Arrival und Einreise denken.
    • die beiden ausgefüllten Einreiseformulare (erhaltet ihr bei Abfahrt vom Busfahrer, liegen aber auch nochmal vor Ort aus)
    • ein Passbild
    • Reisepass mit mindestens 2 freien Seiten
    • 1500 Baht oder 30 US-Dollar in bar (Es befindet sich sowohl eine Wechselstube mit ordentlichem Wechselkurs sowie ein ATM vor Ort). Achtung: Am Wochenende und außerhalb der üblichen Öffnungszeiten (8-17 Uhr) kostet das Visa on Arrival 1 US-Dollar Aufschlag.

Am Visa on Arrival Schalter gebt ihr alle erforderlichen Dokumente ab und nach 5 Minuten Wartezeit und dem Zahlen der fälligen Gebühr haltet ihr bereits euren Reisepass mit dem eingeklebten laotischen Visum in Händen. Lief bei uns zumindest völlig problemlos. Danach zeigt ihr euren Reisepass am Einreiseschalter vor und schon seid ihr erfolgreich in Laos eingereist! Wie bereits bei der Ausreise aus Thailand wartet der Busfahrer hinter dem Grenzposten auf euch und ihr könnt bequem die letzten Meter zur Bus Station etwas außerhalb des Örtchens Huay Xai fahren.

  1. An der Bus Station warten bereits Sammeltaxis, die euch für einen festen unverhandelbaren Preis von 25.000 Kip pro Person ins Stadtzentrum von Huay Xai fahren.
  2. Hier finden sich unzählige einfache Unterkünfte zur Übernachtung. Wir können euch guten Gewissens das Oudomsin Hotel 1 empfehlen: Dort haben wir für eine Nacht im sauberen, klimatisierten Doppelzimmer mit Bad (und schöner warmer Dusche) 9€ gezahlt.

Tempel in dem laotischen Grenzdörfchen Huay Xai

In Huay Xai kann man gut die Seele baumeln lassen…

Blick über die Dächer auf den Mekong und das thailändische Ufer

Die Einreise nach Laos hatte also wunderbar geklappt. Doch was war nun unser Plan für Laos selbst? Auch dazu hatten wir natürlich vorab ein wenig recherchiert und sind schnell auf eine gängige Reiseroute ab Huay Xai gestoßen: Hier fahren nämlich täglich sogenannte Slowboats ab, die nach zwei Tagen flussabwärts auf dem Mekong die etwas größere Stadt Luang Prabang erreichen. Die Nacht dazwischen verbringt man in dem kleinen Örtchen Pakbeng am Ufer des Flusses. Von Luang Prabang aus kann man dann den Rest des Landes erkunden oder bequem per Flugzeug (wer das möchte) ins nächste Land reisen.

Sonnenuntergang in Pakbeng

Einziges Problem: Die Slowboats auf dieser Route werden hauptsächlich von Pauschalanbietern genutzt, sodass einerseits das Publikum eher feierwütig sein soll und die Boote selbst regelmäßig mit Backpackern „vollgestopft“ werden. Das bedeutet dann oftmals statt der vorgeschriebenen 70 Passagiere befinden sich knapp 100 Backpacker an Bord, oft mit einem üppigen Biervorrat eingedeckt und entsprechendem Lautstärkepegel. Diese Aussicht war für uns natürlich nicht besonders verlockend. Also suchten wir Alternativen.

Alternative 1: Weiterreise mit dem Bus nach Luang Prabang. Fahrzeit ca. 14 Stunden über Straßen die diesen Namen eigentlich nicht verdient haben und quer durchs Gebirge führen. Gerade für Julia mit ihrem empfindlichen Kreislauf und Magen nicht die beste Variante.

Alternative 2: Eine „Luxus-Slowboat-Fahrt“ nach Luang Prabang inklusive Verpflegung und mit beschränkter maximaler Personenanzahl an Bord. Der Haken: Kosten von 130 US-Dollar pro Person. Deutlich über unserem Budget.

Also suchten wir weiter und ehrlich gesagt wissen wir gar nicht mehr wie wir es fanden, aber am Ende landeten wir auf der Website von „Mekong Smile Cruises“. Diese booten ebenfalls eine gehobenere Slowboat Fahrt bis Luang Prabang an, ebenfalls mit den zwei folgenden Merkmalen:

  • Verpflegung an Bord ist kostenlos (Lunch – sogar vegan/vegetarisch, Tee, Kaffee, Früchte, Snacks)
  • max. 40 Personen an Bord

Das besondere hier: Einmal im Monat wird diese Fahrt für nur 30 US-Dollar statt der üblichen 130 durchgeführt. Und dieser Tag im Januar war ausgerechnet der 28. Januar, also unser letztmöglicher Ausreisetag aus Thailand! Wir geben zu: Im ersten Moment klang das fast zu gut um wahr zu sein. Ohne besonders große Erwartung auf eine Antwort schrieben wir das Unternehmen also an und fragten ob an besagtem Datum noch Plätze frei wären. Und siehe da: Nach 5 Minuten erhielten wir schon eine positive Rückmeldung und sogar vegane Verpflegung an Bord war möglich!

Also zögerten wir nicht lange und buchten das Ganze noch am selben Tag. Und so kam es dann, dass ich beim Schreiben dieser Zeilen gemütlich an Bord des Slowboats auf dem Mekong sitze, mit gerade mal 25 anderen Passagieren und gut gesättigt vom üppigen Mittagsbuffet. Unsere Fahrt halten wir natürlich in From eines Videos auf unserem YouTube Kanal fest (dauert aber noch ein Weilchen…).

Julia beim leckeren Mittagessen

An Bord war mehr als genug Platz für alle Passagiere

Laotische Kinder verkaufen selbstgemachte Armbänder beim Ablegen

Was wir dann in Luang Prabang vorhaben und wohin in Laos es uns sonst noch zieht? Wir wissen es nicht, aber bei einem sind wir uns sicher: Die besten Deals und schönsten Erlebnisse unserer Reise hätten wir bei einem vorgefertigten Plan definitiv nicht erlebt. Deshalb bleiben wir unserem bisherigen Motto „Das wird schon schiefgehen“ treu und und sind gespannt welche Überraschungen Laos für uns bereithält… 🙂


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