Am Freitag, den 30.11.2018, war es endlich soweit: Der Tag unseres Aufbruchs war gekommen!
Vorbei die Tage der Vorbereitung und des Organisierens, jetzt ging es tatsächlich los. Doch statt euphorischer Aufbruchsstimmung herrschte bei uns eher müde Ungewissheit und leichte Anspannung: Daniel hatte noch bis 2 Tage vor Abflug gearbeitet und Julia, die bereits 3 Wochen vorher ihren letzten Arbeitstag hatte und in der Zwischenzeit noch einiges Erledigen wollte, plagte sich seit Wochen mit einem hartnäckigen viralen Infekt herum. Daraus ergab sich dann der folgende Zeitplan:

  • 24.11.: Geburtstagsfeier von Daniels Bruder, Abschiedsessen mit Daniels Eltern
  • 25.11.: Wohnung bis auf Möbel ausräumen, Kartons & Katzen bei Julias Eltern unterbringen, Abschiedsessen mit Freunden
  • 26./27.11.: Putzen der Wohnung für Nachmieter, Scannen der letzten Dokumente, letzte Panikkäufe bei Amazon
  • 28.11.: letzter Arbeitstag Daniel, Wohnungsübergabe, Umzug zu Julias Eltern
  • 29.11.: letzte Pakete entgegennehmen, Rucksäcke packen für die Weltreise, Abschiedsessen mit Julias Eltern

Das Ganze resultierte dann in max 5 Stunden Schlaf während dieser Tage, entsprechend ausgelaugt und müde waren wir also an diesem Freitag, den 30.11.. Glücklicherweise boten uns Julias Eltern an uns zum Flughafen zu fahren, so blieb morgens dann doch noch ein wenig Zeit um sich ausgiebig von unseren zwei Katern zu verabschieden (wir vermissen euch jetzt schon! :D).

Julia verabschiedet sich von unserern Katzen

Am Flughafen hatten wir ausreichend Zeit unser Gepäck aufzugeben und uns vor dem Sicherheitscheck von Julias Eltern zu verabschieden. Beim Durchschreiten der Tore musste Julia dann doch die ein oder andere Träne verdrücken, ihr ging es wohl ähnlich wie mir beim Abschied von meinen Eltern, nach dem mir zum ersten Mal wirklich klar wurde, dass wir nun für fast ein Jahr keine bekannten Gesichter mehr sehen werden. Ein wirklich komisches Gefühl.

5 vor 12 am Frankfurter Flughafen

Die Trauer war allerdings schnell verflogen (haha, Wortspiel) als dann auch relativ zügig das Boarding begann. Unsere Flugroute sah folgende Verbindung vor: Mit Kuweit Airways sollte es um 12:55 Uhr vom Frankfurter Flughafen losgehen, nach 5,5 Stunden ein kurzer Zwischenstopp in Kuweit folgen und dann nochmal knapp 4 Stunden weiter nach Delhi in Indien. Soweit der Plan, doch dazu später mehr.

Ersteinmal betraten wir frohen Mutes das Flugzeug und freuten uns über die sehr geringe Anzahl an Passagieren. So hatten wir eine Dreierreihe für uns zwei alleine und auch ansonsten waren mehr Sitzplätze frei als belegt. Ich (Daniel) arbeitete mich direkt mal in das Entertainment Programm herein, einer der Gründe weshalb ich mich schon immer vorab auf Langstreckenflüge freue 😀 Julia hielt ein Nickerchen und so vergingen die 5,5 Stunden Flug nach Kuweit gefühlt recht zügig und die vorab kostenlos angefragte vegane Verpflegung war tadellos.

Im Moment des Landens und einem kurzen Blick auf die Uhr bemerkten wir dann aber plözlich: OK, schon 30 Minuten Verspätung. „Kein Problem, wir haben ja 1:15 Stunde zum Umsteigen und ist ja eine Airline, die wissen ja über Passagiere mit Verbindungsflügen Bescheid“. Seltsamerweise dauerte es dann aber nochmals 25 Minuten bis wir endlich den Flieger verlassen durften, langsam wurden wir etwas nervöser, waren uns aber immernoch recht sicher, dass das schon alles klappen wird.

Vor dem Flugzeug empfing uns ein Bus und wir wurden zum Terminal gefahren mit anschließendem Sicherheitscheck – noch 30 Minuten bis Abflug.

Mittlerweile eher panisch Blick auf die Anzeigentafeln. „Zu welchem Gate müssen wir?“ Unser Flug war nicht gelistet. Ein freundlicher Security Beamter wies zu einem AUsgang mit dahinter parkenden Bus. „Hurry up!“ Also Beine in die Hände und ab in den Bus – noch 15 Minuten bis Abflug.

„Flight to Delhi – Gate 24“ Wir spurteten mittlerweile. Dann kurze Erleichterung: Das Gate ist noch geöffnet, also ab durch den erneuten Sicherheitscheck (der zweite). Kameras, Laptop, Stative raus aus dem Rucksack, Laptop einschalten, Laptop ausschalten. Und fertig – ab durchs Gate.

Dachten wir zumindest, doch dann kam die Überraschung: „The Fligh is already gone“ Ungläubige Blicke „But you know we were coming?!“ „Can´t help you, go to Kuwait Airways Counter“ Puh, so hatten wir uns den Start wirklich nicht vorgestellt.

Aber zum Glück waren wir nicht alleine, mit uns waren noch ca. 30 hauptsächlich indische Passagiere an Bord. Gemeinsam gingen wir dann also zum Airline Schalter um dort dann zu erfahren, dass wir die Nacht wohl in Kuwait verbringen müssen, da am gleichen Tag kein Flieger mehr ging. Also ging es erneut (zum mittlerweile dritten Mal) durch einen Sicherheitscheck, danach in einen Bus (zum dritten Mal) und 5 Minuten zum airporteigenen Hotel. Hier dann der vierte und für diesen Tag letzte Sicherheitscheck. Nach kurzem Warten erhalten wir die Zimmerschlüssel, ein schnelles Abendbuffet und dann gings totmüde ab auf unsere Zimmer zum Schlafen.

Warten auf die Zimmerschlüssel in der Hotellobby

Den nächsten Tag verbrachten wir größtenteils mit Warten. Warten auf die Frage wann es denn jetzt für uns weiter nach Delhi geht. Und dann warten wann der Abflugtermin doch wieder verschoben wird. Wir wollen uns gar nicht zu sehr über die Situation an sich beklagen, Julia war noch ein wenig krank und so tat uns das relativ komfortable Hotel und die erholsame Nacht doch recht gut. Doch wie oft der finale Abflugtermin noch verschoben und wir vetröstet wurden war irgendwann nur noch ein Running Gag.

Blick vom Fenster auf den Flughafen Kuwaits

Um das Ganze kurz zu machen: Nachdem wir schließlich um 18:30 Uhr vom Hotel zum Flughafen transportiert wurden (zwischenzeitlich hieß es 15 Uhr, dann 17 Uhr, dann also 18:30 Uhr), zweimal zum Boarding Gate geschleußt und den Sicherheitscheck absolviert hatten und zweimal wieder zurückgeschickt wurden da der Flug sich wieder verspätet hatte (von 18:30 Uhr auf 21 Uhr auf „unbestimmt“), verließen wir Kuwait endlich um 22 Uhr Ortszeit und freuten uns mittlerweile einfach nur darauf in Delhi anzukommen 😀

Eine weitere gute Sache hatte das Ganze allerdings: Beim langen Warten, Witzeln und Ärgern im Hotel und am FLughafen kamen wir mit einigen der Inder von unserem Flug ins Gespräch, was sich später in Delhi auf alle Fälle noch auszahlen sollte. Doch dazu mehr in nächsten Beitrag 🙂


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