GEBUCHT!

Ein Kilo leichter. Wieder frei atmen können. Wir schweben.

ENDLICH!

Nach unzähligen Skyscanner-Suchläufen. Stunden am PC. Minuten der Suche und des Verwerfens. Sekunden des Zögerns. Endlich. Endlich ist er da: Der Moment in dem es entschieden ist, die Würfel gefallen sind, unser erstes Reiseland endlich feststeht. Unsere Augen strahlen und Julia führt einen kleinen Freudentanz auf.

Aber STOP! Wie kamen wir überhaupt an den Punkt, uns so über eine simple Flugbuchung zu freuen?

Unsere Suche nach dem ersten Reiseziel begann ca. ein halbes Jahr vor Weltreise-Start, der von uns grob auf Anfang Dezember gelegt wurde. In jeder freien Minute recherchierten wir im Internet, sammelten inspirationen und filterten Flüge nach Preisen, Abflugsorten und Maximalen Stopps. Anfangs mit viel Freude, zum Ende hin eher mit ein wenig Panik im Gesicht suchten wir uns durch Dubai, Südafrika, Indien, Sri Lanka, Singapur… und merkten, dass unser Ansatz

„Man kann überall was erleben, lass uns nach der Reisezeit und den Kosten des Fluges gehen“

nicht ganz so zum Erfolg führte, wie wir uns das ausgedacht hatten.

Unser erstes Schnäppchen

begegnete uns in Südafrika:

232€. Condor. Direktflug.

Super krasses Schnäppchen!

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Zu diesem Zeitpunkt war unser Weltreise-Wunsch-Start-Land noch Indien und als Julia plötzlich mit Südafrika um die Ecke kam, war Daniel nur mäßig begeistert… Außerdem – wir hatten doch noch sooo viel Zeit… Also warum jetzt etwas übers Knie brechen? Wir beschlossen, noch ein bisschen zu warten und nichts zu überstürzen.

Zwei Wochen gingen ins Land und unsere Suche weiter. Dann der Schock: Der Super-Schnapper Südafrika war mittlerweile nur noch ein „Ganz-OK-Schnapper“ mit über 300 Euro.

Also ging die Suche weiter.

Singapur war ein heißer Kandidat, da es super günstige Flüge mit Scoot gab.

Berlin Singapur. Scoot. Direktflug. Um die 200 €.

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Dann wieder der Rückschlag: Gepäck nicht includiert, Airline nicht sonderlich super bewertet. Wollten wir uns die zig Stunden an Board eines nicht bequemen Flugzeugs verbringen, in dem wir noch nicht mal etwas veganes zu Essen kaufen könnten?
Andererseits: Das ist doch meckern auf hohem Niveau. Hallo? Backpacking bedeutet auch Kompromisse einzugehen. Wir rechneten durch. Nach Frankfurt mit dem Zug. Flugkosten und gepäck obendrauf. Da konnten wir auch gleich den Südafrika Flug nehmen.

Aber wollten wir das?

In Südafrika ist zu dieser Zeit Hochsaison. Und das nicht nur für die „ausländischen Touristen“ sondern auch für die Südafrikaner selbst: Denn im Dezember freuen sich die Südafrikaner über ihre Sommerferien 😉

Das Suchen fiel uns immer schwerer und die Motivation sank. Es gab immer einen Haken.

Und unser ursprüngliches Ziel Indien?

Nach dem vielen Recherchieren und den teils beängstigenden Berichte im Internet hatte Julia ihre Zweifel. Zwischenzeitlich schloss sie das Ziel sogar ganz aus ihrer Planung aus.

Sri Lanka – das war dann plötzlich auf der Liste drauf: Nicht ganz so heftig wie Indien und auch etwas anderes als Südostasien. Günstige Flüge waren auch schnell gefunden. Zwar mit Zwischenstopp und „schlechter“ Airline, aber hey! Backpacking eben!
Trotzdem hielt uns etwas davon ab, direkt zu buchen. Im Nachhinein kann ich euch gar nicht wirklich sagen, was es war. Aber wieder sagten wir:

Lass uns nochmal drüber schlafen.

Und ZACK

Am nächsten Tag waren die Flüge plötzlich viel teurer.

Ein Zeichen?

Für uns erstmal nur frustrierend. Wir ärgeten uns zu Tode.
Schon wieder ging das Ganze von vorne los. Und plötzlich… plötzlich brachte Daniel wieder Indien ins Spiel. Durch Zufall. Skyscanner spuckte einen Gabelflug über Dubai aus.

Freude bei Daniel. Misstrauen bei Julia.

Freitag Abend.

„Eigentlich müssen wir wenn dann jetzt buchen!“ „Am Wochenende wird es bestimmt wieder teurer!“

Panik, die ganze Flugpreis-Misere wiederzuerleben.

Trotzdem.

„Eine Nacht brauche ich!“

Und dann das Wunder: Am nächsten Tag. Die Flüge waren noch da. Es gesellte sich sogar noch eine bessere Option dazu:

Kuwait Airways, 260€, Gepäck inkludiert, Sitzplatzreservierung auch. Und: veganes Essen auf Anfrage.

Und plötzlich, war es da:

Das Gute Gefühl in der Bauchgegend.

Das leichte Grinsen auf dem Gesicht. Die Vorfreude auf das Ungewohnte, Ungewisse und auch auf das etwas Unheimliche. Denn seien wir ehrlich: Wir gehen auf Weltreise um die Welt zu erleben. Mit allen ihren Facetten, und dazu gehören auch die dunkleren. Indien nur aufgrund von den dunklen Seiten auszuschließen würde keinen Sinn machen. Und das sagte uns nicht der Skyscanner „Flugpreisgott“ nein, das sagte uns auch das Gefühl während des Buchungsvorgangs und die Freude, als wir endlich auf „verbindlich buchen“ klickten.

Indien.

Wir sehen uns im Dezember!


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