2,50 € in … Laos!

Laos – so wirklich hatten wir dieses viel unterschätzte Land nicht auf unserer Rechnung als wir im November 2018 aus Deutschland zur Weltreise aufbrachen. Im Nachhinein müssen wir sagen: Zum Glück hat sich das geändert! Laos bietet traumhafte Landschaften in unberührter Natur und ist bis heute weitestgehend vom Massentourismus verschont geblieben.

Preislich ist es allerdings durchaus mit seinem prominenten Nachbarland Thailand zu vergleichen, wobei gerade Essen & Trinken in Laos sogar eher teurer ist. Dafür sind die Transportmittel und Freizeitaktivitäten tendenziell günstiger. In den Zentren Laos sind Unterkunftskosten erstaunlich hoch, nehmen aber je ländlicher das bereiste Gebiet wird deutlich ab und liegen dann weit unter denen in Thailand.

Doch nun genug der Worte, lassen wir die Zahlen sprechen!

Kostenart Gesamtpreis (€) Preis/Person (€) Preis/Tag (€) Preis/Tag/Person (€)
Anreise 20,43 10,22 0,79 0,39
Visum 54,20 27,10 2,08 0,79
Unterkunft 354,96 177,48 13,65 6,83
Verpflegung 448,34 224,17 17,24 8,62
Freizeit 57,13 28,57 2,20 1,10
Mobilität 181,88 90,94 7,00 3,50
Gesundheit & Hygiene 2,05 1,03 0,08 0,04
Telekommunikation 12,24 6,12 0,47 0,32
Wäsche 17,07 8,51 0,65 0,33
Sonstiges 16,77 8,39 0,65 0,32
Bankgebühren 6,16 3,08 0,24 0,12
Gesamt mit Anreise 1.171,18 585,59 45,05 22,52
Gesamt ohne Anreise 1150,75 575,38 44,26 22,13

Anreise

Wir sind aus Chiang Rai im Norden Thailands mittels Tuktuk und Bus direkt ins laotische Grenzstädtchen Huay Xai (Ban Houayxay) gefahren, den genauen Ablauf sowie die Aufschlüsselung der Kosten von 10,22€ pro Person könnt ihr detailliert in unserem Beitrag zur Einreise in Laos nachlesen. Die Fahrt ist super komfortabel und der Bus wartet sowohl am Aus – bzw. Einreiseschalter der thailändischen und laotischen Behörden auf euch. Und das Beste: Wir konnten auf die Emissionen und hohen Preises eines Fluges verzichten!

Visum

Für die Einreise in Laos wird ein Visum benötigt, welches welches entweder vor Reiseantritt bei der laotischen Botschaft in Deutschland / Thailand erworben werden kann oder aber als „Visa upon Arrival“ an den internationalen Flughäfen und Grenzübergängen des Landes. Wir entschlossen uns der Einfachheit halber für zweitere Option, welche mit 30 US-$ Bearbeitungsgebühr pro Person sogar billiger ist als eine Visumserstellung über die Botschaft. Auch hierzu findet ihr die Details in unserem Weltreiseblog-Beitrag. Wichtig: Denkt unbedingt an ein Passbild und mind. zwei freie Seiten in eurem Reisepass!

Unterkunft

Wie bereits in der Einleitung erwähnt schwankt das Preisniveau der Unterkünfte in Laos teilweise erheblich, mit den Peaks in den größeren Zentren wie Luang Prabang, Vang Vieng und Vientiane. Besonders in Luang Prabang erschienen uns die Preise teilweise recht happig, weshalb wir hier auch in schlechter bewertete Unterkünfte auswichen oder aber in kapselartigen Kammern eines Hostels schliefen. Dadurch kamen wir hier zwar auf durchschnittliche Kosten von nur 13€ pro Nacht, machten allerdings auch Bekanntschaft mit schimmligem Geruch oder seeeehhhr hellhörigen Zimmern 😉 Fairerweise müssen wir aber auch sagen, dass wir kurz vor dem chinesischen Neujar in Luang Prabang waren und zu dieser Zeit traditionell höhere Preise abgerufen werden.

In Vang Vieng leisteten wir uns Bungalows in einer schönen Anlage für ca. 20€ die Nacht und Vientiane trumpfte mit einem super stylischen Doppelzimmer und kleinem Pool für 18€ auf. Hier zählt also auch: „You get what you pay for“.

Im Gegensatz dazu stehen dann allerdings die teilweise lächerlich niedrigen Unterkunftspreise im vom Massentourismus verschonten Norden des Landes (Nong Khiaw und Muang Noi). Hier bekommt ihr saubere und geräumige Bungalows mit atemberaubendem Panoramablick für schon 8-10€ die Nacht. Nicht nur deshalb definitiv ein Highlight unserer bisherigen Reise!

Verpflegung

Für die Restaurant in Laos gilt eigentlich ähnliches wie für die Unterkünfte: Einfache & leckere Speisen wie z.B. Sticky Reis mit gedünstetem Gemüse bekommt ihr in ländlichen Regionen schon für 3-4€ pro Person. In den Zentren, wo man auch mal etwas „fancy“ Essen gehen möchte, sind es dann auch schon mal 6€ pro Person. Die vielen Straßenstände unterbieten diese Preise natürlich deutlich, allerdings empfanden wir das vegane und auch vegetarische Angebot hier deutlich eingeschränkter im Vergleich zu beispielsweise Thailand.

Beim Einkauf im Supermarkt dreht sich dieses Bild dann allerdings um: Unser „Standard-Frühstück“, bestehend aus Oats mit Kokosmilch oder Toast mit Erdnussbutter, ist in den größeren Zentren traditionell günstiger als im Tante-Emma Laden eines 50-Leute Dörfchen. Macht natürlich auch Sinn, handelt es sich dabei doch meist um Importware und die ist nun mal leichter in dicht besiedeltem Gebiet mit guter Infrastruktur erhältlich.

Eine Warnung noch zum Ende: Wer Geschmacksverstärker und MSG nicht gut verträgt sollte definitv beim Essensbestellungen in Laos darauf hinweisen. Das weisse Pulver wird nämlich wie bei uns Salz verwendet und löste bei Julia des öfteren Kopfschmerzen oder sogar Migräne aus. Unsere Lösung: Wir kauften eine Soja-Sauce ohne MSG im Supermarkt und würzten die Speisen dann teilweise selbst 😉

Freizeit

Generell ist hier zu sagen: Die Natur ist der Star! In Laos benötigt ihr eigentlich keine exotischen Freizeitbeschäftigungen, es reicht schon zu Fuß, auf dem Rad oder Roller die unglaublich beeindruckende Landschaft zu erkunden: Von grünen Hügeln und saftigen Reisfeldern über blutrote Sonnenuntergänge am Mekong bis hin zu den steilen Karstfelsen bei Vang Vieng, Laos bietet hier einfach unglaublich viel. Einige der Viewpoints, Wasserfälle oder auch Tempel kosten natürlich auch Eintritt, das liegt aber meist im Bereich von 2-5€.

Unsere einzige größere Ausgabe waren ca. 30€ für einen Kochkurs in Muang Noi. Hier durften wir mit dem Chefkoch eines Restaurant  drei von uns ausgewählte Gerichte nachkochen, die Zutaten im eigene Bio-Garten pflücken und während dessen ganz privat mit ihm plauschen, da wir die einzigen Teilnehmer waren. Wir finden übers Kochen lernt man die Kultur eines Landes noch einmal viel intensiver kennen!

Mobilität

Verwöhnt von der perfekt für Touristen ausgebauten Infrastruktur in Thailand stellten uns die Transportmöglichkeiten in Laos dann doch das ein oder andere auf die Probe. Zu erst einmal gibt es in Laos bis dato keine Zugverbindungen, das heißt größere Entfernungen werden ausschließlich per Bus oder Minivan zurückgelegt. Hier kommt ein weiterer Faktor hinzu: Die teilweise sehr sehr schlechten Straßenbedingungen in Laos 😀

Hier steht man dann vor der Entscheidung: Kurz aber dafür sehr holprig im halsbrecherisch fahrenden Minivan oder sehr lange im etwas vernünftiger fahrenden aber dafür total überfüllten lokalen Bus? Darauf haben wir bis heute keine wirklich eindeutige Antwort und denken jeder sollte da seine Erfahrungen machen. Da Julia sehr anfällig für Reiseübelkeit ist waren die Minivan Fahrten teilweise schon Tortouren für sie, selbst wenn wir einen Platz direkt vorne neben dem Fahrer ergatterten. Im größeren Reisebus nimmt man die vielen Schlaglöcher auch aufgrund des Tempos nicht ganz so schlimm war, allerdings brauchen diese Gefährte für die selbe Strecke dann auch oftmals deutlich länger, was bei den beengten Platzverhältnis auch nicht sonderlich angenehm ist.

Preislich kann man sich allerdings nicht beschweren, für knapp 200km von Luang Prabang nach Vang Vieng zahlten wir ca. 10€ und von dort weiter nach Vientiane nur 5€ für 150km, pro Person wohlgemerkt.

Das Rollerfahren schlägt dagegen deutlich teurer zu Buche als beispielweise in Thailand, 10€ pro Tag ist hier wirklich schon ein guter Preis. Problematisch ist ebenfalls, dass als Pfand bei Verleihen eigentlich ausschließlich ein original Reisepass akzeptiert wird. Kopien oder der Führerscheine werden generell abgelehnt. Auch deshalb beschränkten wir unsere Rollerfahrten auf einen Ausflug durch das Hinterland von Vang Vieng, und wir spüren die vielen Schlaglöcher noch heute 😉

Eine letzte Anmerkung: Unsere größte Ausgabe in dieser Kategorie war eine zweitägige Slowboat-Fahrt auf dem Mekong für 54,78€. Das können wir auf jeden Fall jedem empfehlen, müssen allerdings anmerken dass wir hier eine Special Promotion nutzten inklusive Verpflegung und einer Beschränkung der Passagiere an Bord. Alle Informationen dazu findet ihr in unserem entsprechenden Weltreiseblog-Beitrag.

Gesundheit & Hygiene

Hier gaben wir 1,64 für eine Gesichtcreme aus, da wir beide zu der Zeit kleinere Probleme mit unreiner Haut hatten. Wir vermuten das lag auch am vielen MSG, auf das wir anfangs nicht wirklich achteten und wurde mit der Zeit wieder besser. Die restlichen 0,41€ gingen für eines der wichtigsten Utensilien als Backpacker drauf: Toilettenpapier 😉

Telekommunikation

Gleich nach einer ersten Mahlzeit eigentlich immer der zweite Punkt auf unserer To_Do-List in einem neuen Land: SIM-Karten für´s Handy besorgen, damit wir auch ja immer online sein können! In Laos erledigten wir das also direkt im Grenzstädtchen Huay Xai. Die Tochter der Ladenbesitzering beriet uns in bestem Englisch un so entschieden wir uns jeweils für den Anbieter UNITEL.

  • Julia für ein „Internet and Call“ Paket: Telefonie-Falt plus 1,25GB Daten für 30 Tage
  • Daniel für ein „Only Internet“ Paket: Keine Telefonie, dafür 5,1GB Daten (plus zusätzliche 1GB Aktionsdaten) für 30 Tage

Beide Pakete kosteten jeweils genau 60.000 KIP, zusammen also ca. 12€. Die Aufteilung in viele Daten für Daniel und Telefonie für Julia macht bei uns Sinn, da wir hauptsächlich über Daniels Handy in Instagram arbeiten und Julias Telefon dann noch als Reserve und für Anrufe nutzen können.

Wäsche

Ähnlich wie in Thailand wird der Wäschepreis auch in Laos pro Kilogramm berechnet und liegt meist bei 1 – 1,5 €/kg. Wir wuschen in unseren 26 Tagen genau drei mal und zahlten dafür insgesamt 17,02€, also knapp 6€ pro Wäsche (meist ca. 5,5kg für beide zusammen).

Sonstiges

Nach insgesamt 2,5 Monaten auf Weltreise war es in dem kleinen Städchen Nong Khiaw soweit: Wir mussten unters Messer! Zum Glück ging´s dabei nur um unsere Haare 😉 Daniel erhielt nach längerem Verständigen mit Händen und Füßen eine schicke und praktische Kurzhaarfrisur für 2€, mit der er sehr zufrieden war. Julia entschloss sich deshalb am nächsten Tag ebenfalls für einen Friseurbsuch, ihren ersten seit über einem Jahr! Und als hätten die netten Laotinnen vor Ort das gewusst wurde aus dem Friseurbesuch eine regelrechte Zeremonie gemacht: Intensives Waschen mit schmerzhaftem und regelrechtem „An den Haaren ziehen“, Kämmen, Schneiden, wieder Kämmen, Föhnen, nochmal Kämmen und schließlich noch Glätten. Nach einer Stunde wurde Daniel die Warterei dann doch zu viel er ging schonmal zurück zur Unterkunft, wohin Julia dann nochmal 30 Minuten später folgte. Das Fazit: Sehr anstrengend aber durchaus schick und mit 5€ auch sehr preiswert 🙂

Zu den Friseurkosten gesellen sich dann noch ca. 2€ für einen Souvenier-Anhänger aus dem COPE Visitor Center in Vientiane (sehr empfehlenswert!), 5€ für Flaggenaufnäher unserer bisher bereisten Länder (kommen auf unsere Backpacks), 0,41€ für das dafür benötigte Nähzeug und 2€ Trinkgeld für die tolle Übernachtung in „Nola´s Guesthouse“  irgendwo im Nirgendwo nahe Kasi.

Bankgebühren

Wie auch in Thailand nutzte Daniel statt seiner Santander Kreditkarte die der DKB – wo nun auch als Aktivkunde die ATM Gebühren nicht mehr erstattet werden. So gesellen sich hier nochmal 6,16€ Abhebe-Gebühren dazu. Zum Glück bemerkten wir unseren Fehler in Laos und nutzen seitdem nur noch die Santander Kreditkarte, bei welcher diese Gebühren ohne Probleme erstattet werden.


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